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Kein Auto mal anders
Rundbrief vom 18.02.05

Letztens waren wir bei neuen Bekannten eingeladen.
Das interessante an den Leuten: Sie haben kein Auto.

"Na gut," magst du jetzt einwenden. "Wer braucht schon ein
Auto in der Stadt."

Tja, die Leute leben aber auf dem Land - und zwar nicht
gerade zentral.


Die offizielle Begründung: "Dafür war bisher kein Geld
eingeplant."

Aha, dachte ich sofort, alles klar.
Habenichtse, die mit ihrem Geld nicht umgehen können.


Wie gesagt, wir waren eingeladen.
Ich überlegte mir schon passende Gastgeschenke: Milch,
Butter, Eier, Mehl... was die Bedürftigen halt brauchen.


Als ich dann die Wohnung betrat, sah die Sache ganz anders
aus: Nein, hier leben keine armen Leute.
Vielleicht sind sie nicht reich - aber das bisserl Geld für
ein kleines gebrauchtes Auto sollte drin sein.

Da fragte ich natürlich näher nach, und die Antworten waren
klar und doch überraschend:

"Wir fahren überall hin mit dem Fahrrad und steigen dann um
auf öffentliche Verkehrsmittel."

"Und wenn es regnet?"

"Dann zieh ich ne Jacke an."

"Und wenn du was schweres einkaufst?"

"Das planen wir im voraus, lassen uns ein grosses Taxi
kommen und laden da alles ein - ist billiger als ein eigenes
Auto."

"Und im Notfall?"

"Wir leben hier in einem kleinen Ort, wo man sich kennt.
Alle Nachbarn haben uns schon mehrfach angeboten, Fahrten
für uns zu übernehmen oder ihr Auto zu verleihen."

Da fiel mit nichts mehr ein.
Doch er erzählte weiter:

"Alle Leute schimpfen immer: Alles so teuer, Benzin so
teuer, keine Parkplätze, Stress, Umweltzerstörung... da sag
ich mir dann immer, die Leute sind dumm und selbst schuld.
Wenn es mir zu teuer ist, dann unterwerfe ich mich doch
diesem Zwang nicht. Und wenn ich es tue, dann beschwere ich
mich halt nicht sondern bezahle den Preis!"


Während er so erzählte, malte ich mir ein Bild aus von einem
Leben ohne Auto:

Ja, da gäbe es viel weniger "schnell hier noch und kurz da
noch", im Endeffekt hätte man sogar mehr Zeit.

Wahnsinn: Mehr Zeit, indem man sich langsamer bewegt...
Entschleunigung ist doch so ein Trendwort, wenn ich mich
recht entsinne.

Und wenn du nicht sofort etwas anderes bekommen kannst, dann
schätzt du auch besser, was du bereits hast.


Es hat mich sehr gefreut, Leute kennenzulernen, die eine
Sache so machen, wie sie sich das vorstellen.

Denn die meisten machen es so, wie es alle machen.
Und beschweren sich dann natürlich entsprechend - das tun ja
auch alle.

Ich liebe neue Blickwinkel.

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