Kein Fleisch ist auch keine Lösung

So, jetzt aber zu den ernsten Themen des Lebens.

Ach, doch lieber nicht.

Nein, mal was anderes.
Wie viele von euch wissen, ernähre ich mich seit einigen
Jahren mittlerweile vegetarisch.

Dazu schrieb ich vor Jahren auch einmal einen Rundbrief,
aber den finde ich jetzt einfach nicht mehr.
Hat den noch wer? Mir bitte zusenden.
Titel ist irgendwie “Warum Tom Vegetarier ist”.

Argumente für ein Leben ohne Fleisch gibt es zahlreiche.
Argumente für den Fleischkonsum konnte ich bisher keine
entdecken.

Ich hielt es also vor etlichen Jahren für schlichtweg
logisch, Fleisch komplett von der Speisekarte zu streichen.
Da meine Frau das genau so sieht, war die Umsetzung noch
einfacher.

Das ganze lief nun über viele Jahre und in der Zwischenzeit
hat sich die Welt weiter gedreht.

Vor einigen Monaten überkam mich dann eine gewisse
Lethargie. Das kam schleichend und ist sehr schwer zu
beschrieben. Irgendwie war alles gleich. Alles in Ordnung.
Ich hatte Verständnis für jeden und alles – es war das Ende
einer Meinung, das Ende von Konflikten.

(Wenn jetzt Aussenstehende sagen: “Davon hab ich aber
nichts gemerkt” dann kann ich das gut glauben – ich habs
aber so empfunden)

Ich weiss, in einigen spirituellen Kreisen ist so ein
Zustand gewünscht. Der Ausbruch aus der Dualität?
Wobei ich hier nicht zu dick auftragen will.

Aber mir war nicht wohl dabei.
Dann spielte mir das Schicksal den Ball zu:
Ein Depp bedrängte mich mit Hilfe eines Anwalts, der auf
Abzocke spezialisiert ist.

Die Streitsache war ein Kasperltheater, aber juristisch
durchaus verwertbar.
Tatsächlich hatte ich auf einer alten Homepage in den AGBs
Passagen, die im Laufe der letzten Jahre überholt waren
bzw. nicht mehr zulässig. Ich schrieb z.B., dass der
Gerichtsstand Wartenberg, mein Wohnort, sei. Das geht
mittlerweile nur, wenn man mit Kaufleuten zu tun hat, nicht
aber bei Geschäften mit Privatpersonen.

Ja, so essentielle Dinge eben – die kein Mensch beachtet
und von dem keiner einen Nachteil hat. Aber ist Gesetz
eben.

Also Gut, der Trottel hat das also ausgegraben und ich muss
bezahlen. Habe ich getan und darum gebeten, dass er beim
nächsten Mal, falls er was sehen würde, mir bitte eine
einfache Email schicken möge, dann können wir das ohne
Kosten und ohne Anwalt regeln.

Keine Reaktion.

Zwei Wochen später der nächste Schrieb vom Anwalt – wieder
eine unbedeutende Kleinigkeit, die nicht wirklich klar ist.
Also schalt ich wieder meinen Anwalt ein, der berät mich
kostenintensiv und wir stellen fest, das man über das Thema
trefflich streiten könnte.

So stand ich also vor der Wahl:
Nachgeben oder kämpfen?

Ich hatte bereits nachgegeben, aber weil sich da so gut
Geld mit verdienen lässt, wurde ich wieder angegangen und
würde ich also wieder nachgeben, könnte ich wohl damit
rechnen in zwei Wochen wieder einen Brief vom Anwalt in der
Post zu haben.

Der Schwachsinn musste aufhören.
Einige Tage tat ich mir richtig leid.
Es war nun schon viele Jahre Ruhe in meinem Leben. Leben
und Leben lassen – so ging das nun schon längere Zeit und
alle waren gut bedient damit.

Meine Gedanken kreisten um das Thema.
Ich sehe mich nie als Opfer – aber warum um alles in der
Welt passierte mir das jetzt? Wo ist der Sinn?

Ich suchte mehrfach Kontakt zur Gegenseite – aber ans
Telefon ging keiner, Emails und Faxe kamen garantiert an,
wurden aber ignoriert.

Ich wollte vernünftig sein. Logisch. Erwachsen. Reif.

Was will mich das Schicksal lehren?
Sollte ich geduldiger sein? Dem Agressor mit Liebe
begegnen? In mir ruhen und lächeln?

Dann kam der dritte Brief.
Man wollte noch mehr Geld und ich würde meinen Anwalt
wieder fragen müssen, wie der Sachverhalt eigentlich zu
beurteilen sei, denn “Recht und Gesetz” hat oftmals
erstaunlich wenig mit dem echten Leben zu tun, so dass man
als Laie gar nicht ermessen kann, ob die gemachten Vorwürfe
überhaupt ansatzweise Sinn machen.

Das reichte.
Jetzt war schluss mit Friede.
Schluss mit “normal miteinander reden”, Schluss mit sich
vernünftig zu verhalten und logisch vorzugehen.
Jesus hält bekanntlich auch die andere Backe hin und Jesus
hats echt drauf. Aber bin ich Jesus?
NEIN!

Wenn dieser Schmarotzer auf normales Reden nicht reagiert,
dann ist es Zeit, eine universelle Sprache zu sprechen:
Es ist Zeit, ein paar Arschtritte zu verteilen.

Mein erster Weg führte mich zum Biobauern meines
Vertrauens. Hier haben wir die letzten Jahre immer Käse
gekauft.
Ich holte mir ein ein riesiges Stück feinstes Rinderfilet
und knallte es meiner vegetarischen Frau auf den Tisch.
“Mach Essen, Frau!”

“Ach, du isst jetzt Fleisch?”
“Jaaa!”
“Warum?”
“Muss jemandem in den Arsch treten – benötige
Agressivität!”
“Das find ich gut.”

Und sie machte mir ein gigantisches Stück Fleisch in der
Pfanne mit etwas Öl, Salz, Kräutern und nichts.
Auf Beilagen verzichtete ich.

Am nächsten Tag stand ich wieder beim Biobauern und kaufte
ein, aber keinen Käse.

Gleichzeitig sagte ich meinem Anwalt Bescheid, dass wir den
Schmarotzer jetzt angehen. Erstens streiten wir vor
Gericht. Zweitens fand ich auf seinen Seiten ebenfalls
winzige Kleinigkeiten, die zwar keinen interessieren, aber
eben nicht zu 100% den aktuellen Gesetzen entsprechen.
Post von meinem Anwalt und eine dicke Rechnung war am
selben Tag noch unterwegs.

Da waren wir schon mitten im Kindergarten.

Und siehe da: Schon erhielt ich die erste Email. Endlich
konnten wir beginnen, direkt miteinander zu sprechen und
diesen Wahnsinn vielleicht endlich stoppen.

Leider entwickelte sich noch kein Gespräch – meine Emails
blieben weiterhin unbeantwortet.

Denn noch war der Gegner in einer stärkeren Position:
Mein Anwalt verlangte kräftig Gebühren (von mir!),
wohingegen sein Anwalt aufgrund einer wenig legalen
Konstruktion kostenlos arbeitet.

Ein Hirschragout später konnte ich auch das lösen, indem
ich den werten Herrn ganz unjuristisch im übertragenen Sinn
an den Eiern packte. Autsch.

Sofort erhielt ich eine Email, man möge sich doch ein wenig
unterhalten, hier sei seine private Handynummer, lassen sie
uns doch telefonieren.

Beim Gespräch stellte sich dann heraus, dass ja alles wohl
nur ein grosses Missverständnis war (aha…) und huch, so
habe er es ja nicht gemeint und was sein Anwalt da genau
macht, weiss er ja gar nicht und vielleicht könnten wir in
Zukunft ja zusammenarbeiten und eine riesige Kooperation
machen und und und.

Seitdem ist Ruhe.
Nicht dass wir uns jetzt mögen würden – aber es herrscht
Waffenstillstand. Es gibt da draussen genug arme Schweine,
die sich nicht wehren können, daher besteht kein Grund
mehr, mich anzugehen.

Mein Fleischkonsum hat sich auch normalisiert.
Ich esse ausschliesslich Pflanzenfresser (auf keinen Fall
Schwein! Die Juden und Moslems dieser Welt werden schon
ihre Gründe haben.) und nur von Quellen, die ich persönlich
kenne.
Die Menge ist auch sehr bescheiden mittlerweile – die
Wochen der grossen Steaks waren schnell wieder vorbei.

Meiner Erfahrung nach macht Fleisch also wirklich agressiv.

Es gibt weiterhin sehr viele und sehr gute Gründe, sich
fleischlos zu ernähren. Und es gibt objektiv keine Gründe,
es nicht zu tun.
Aber das Leben ist einfach mehr als das, was man in Worten
beschreiben kann.

Was lernen wir also daraus?

Kein Fleisch ist auch keine Lösung?
Quatsch.

Der Anwalt gewinnt immer?
Ja, schon eher.

Also meine persönliche Lehre war, dass das Leben ein Fluss
ist und es heute so aussieht und morgen anders.
“Richtig” ist “richtig nur für mich und nur jetzt”
Für andere und/oder zu einem anderen Zeitpunkt sieht das
ganz anders aus.

Und nur weil die andere Backe hinhalten prinzipiell eine
gute und richtige Sache ist und es in den meisten Fällen
souverän und toll ist, seine Feinde mit Liebe zu bedenken,
so ist doch für manche Menschen in manchen Situationen
einfach besser mit Dreck zu werfen.

Im Leben geht alles ineinander über. Es gibt gewalttätige
Veganer und liebevolle Fleischfresser. Der Kampf kann eine
hochspirituelle Sache sein und der Frieden ein dumpfer
Mist, bei dem alle verlieren. Wer verliert, kann gewinnen
und manchmal sieht der Gewinner ziemlich alt aus.

Ich verabschiede mich mit dem Jahr 2009 auch aus den
Sichtweisen für “richtig” und “falsch”.

Führt mich 1kg Rinderfilet am Ende noch aus der Dualität?
Jesus, was meinst du?

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Wissenschaft, Fabelwesen und der Grosse Knall

Liebe Leser,

ups.
Meine letzte Nachricht ist tatsächlich bereits ein volles
Jahr her. Nichtsdestotrotz ist der Lebenswert-Rundbrief zum
Jahreswechsel bereits seit 1999 derart feste Tradition, dass
er auch 2010 nicht fehlt.

Apropos Weihnachten – Szenen einer Ehe:
Ort: Wohnzimmer.
Kinder spielen.
Frau sitzt auf Sessel und starrt ins Leere.
Mann verdaut, liegend auf der Couch.
Sie: “Im nächsten Leben werde ich Tinkerbell.”
Er: “Die Fee?”
Sie: “Ja. Was dagegen?!”
Stille.

Noch etwas Organisatorisches:
Emails habe ich schon seit einem Jahr nicht mehr abgerufen.
Tut mir leid.
Ich gehe hiermit also in die Email-Insolvenz. Will sagen:
Ich lösche all die hunderten und tausenden Emails ungelesen
und fange neu an.
Wer mir schreibt, den lese ich auch wieder!

Und falls die Frage aufkommen sollte: Der Grund, warum es
2010 keinen Rundbrief gab ist der, dass ich nichts weiss.
Früher war das einfacher – da war ich derart klug, dass ich
bekanntlich immer Recht hatte und vieles an Weisheit von mir
geben musste, auf dass die Welt daran genese.

Aber mit dem Alter kam auch die Einsicht, dass ich
prinzipiell keine Ahnung habe.
Schreiben kann man viel.
Vielleicht lebe ich jetzt auch diese Dinge einfach mehr und
muss weniger darüber reden.

Naja, wir werden sehen, was 2011 in dieser Sache bringt.
Vielleicht ist die Welt jetzt bereit für mich, höhöhö.

Was uns direkt zum Thema führt:
Wie die Dinge sind.

Es trug sich einst zu, dass ich vor vielen vielen (und es
sind mehr als ich dachte) Jahren einmal die Klasse 12 am
örtlichen Gymnasium besuchte auf dem Weg zum Abitur.

Ab Klasse 12 wählte man sich schickfein “Kurse”. Dabei waren
zwei Hauptfächer zu besetzen, die Leistungskurse.
Da mein Gymnasium nicht unbedingt in “The City” lag, war
jedoch nicht jede Kombination machbar. Ich wollte eigentlich
Mathe und Englisch nehmen.
Aber weil das sehr viele wollten (Zahlen kannten die meisten
fast alle auswendig und Englisch hatte man schonmal gehört),
waren die Kurse hoffnungslos überfüllt.

Ich bin kein Freund von Massenveranstaltungen.
So kam es, dass der Leistungskurs Physik noch händeringend
nach einem Teilnehmer suchte. Denn wo in einem Kurs zu viel
Leute sitzen, waren im anderen zu wenig. Und wenn zu wenig
teilnehmen, dann kommt der Kurs nicht zustande.

So ziemlich am letztmöglichen Tag (wenn meine Erinnerung
mich nicht trügen sollte) wechselte ich also per Handschlag
von Englisch nach Physik.

Da waren wir also, eine handvoll männlicher Helden im
kleinen Kreis. Und ich sollte lernen über Physik.

Aber man höre und staune – ich lernte sogar fürs Leben.

Und davon handelt die heutige Email.

Es fing ganz harmlos an, wie jeder Physikunterricht.
Es gibt ja bekanntlich “physikalische Gesetze”.
Das sind Dinge, die einfach so sind.
Grund: Weil die so sind.

Dafür gibt es mehr oder weniger komplexe Formeln, um diese
Umstände möglichst genau zu berechnen.

Wir rechneten also, experimentierten ein wenig, rechneten
mehr, lernten Formeln und warum Dinge so sind wie sie sind,
weil sie eben so sind.
(Ja, es dreht sich im Kreis, richtig erkannt.)

Doch schon nach wenigen Monaten stiegen wir tiefer und
tiefer in das Feld der Physik hinab und verliessen die Wege,
die die anderen Schüler (und fast alle “normalen” Menschen)
bis ans Ende ihrer seligen Tage für die einzigen Wege
halten.

Nun lernten wir nicht nur Formeln und Gesetze – sondern der
Lehrplan sah auch vor, dass wir die Entstehungsgeschichte
dieser Dinge hinterblicken sollten.
Dank der wenigen Teilnehmer bei dieser Veranstaltung kamen
wir schnell voran.

Und ich sah: Physik läuft in etwa so:
Irgendwer stellt irgendwann irgendetwas fest.
Die berühmteste Geschichte ist wohl der Physiker Newton, dem
beim täglichen Pennen unterm Baum ein Apfel auf den Kopf
fiel.

Statt einem üblen Kobold die Schuld zu geben (was völlig
legitim wäre, siehe unten), entschloss er sich, dass es ja
ein Gesetz sein müsse, das den Apfel gen Erde und auf seinen
Schädel brachte.

So wurde die Schwerkraft geboren.
Newton warf also geschätzte tausend Äpfel, stoppte Fallhöhen
und Zeiten, maß Aufprallenergien und packte alles in eine
Formel.

Und fertig war das Gesetz der Schwerkraft mit einer Formel,
die bis heute verwendet wird, weil Äpfel auch noch heute so
fallen wie vor hunderten von Jahren.

Aber das “Gesetz” war gar keines. Es ist nie eines.
Denn zu späteren Zeiten wollten andere es genauer wissen.
Und je genauer sie hinsahen, desto klarer wurde:
Newtons “Formel” funktionierte nur grob.
Wenn es plötzlich um Milliardstel von Sekunden geht, müssen
noch andere Aspekte mit einberechnet werden.
So brachten spätere Physiker also “genauere Formeln” auf.

Diese funktionierten so lange… bis sie nicht mehr
funktionierten.
Und wenn etwas nicht nach Formel funktioniert, dann tut man
als Physiker was? Man bastelt eine neue Formel, die mit den
Testergebnissen übereinstimmt. Tut sie das, ist eine neue
Formel geboren und wir haben ein neues “Gesetz”.

Alternativ kann man auch unsichtbare, unmessbare Fabelwesen
erfinden, die die unerwarteten Ergebnisse durch die
(natürlich absolut heilige und korrekte) Formel erklären.

Und nein: Ich scherze nicht.

Physiker beobachten nur was passiert und pressen das ganze
dann in eine Formel.
Und irgendwann passiert einmal etwas, das es eigentlich
nicht geben dürfte – dann wird die Formel eben geändert oder
ein unsichtbares Fabelwesen erfunden, das damit auch noch
gleich bewiesen ist.

Auf diese Geschichte stiess ich wieder, als ich mit meinen
Kindern eine “Was ist Was”-CD anhörte, wo Wissenschaft
kindgerecht(?) erklärt wird. Thema: Astronomie.

Der Erzähler erklärte hier die so genannten “schwarzen
Löcher”.
Fazit: Die Astronomen beobachten also den Himmel und packen
alles in Formeln. Und irgendwann beobachten sie wieder etwas
– aber das passt nicht zu den Formeln.
Was tun?

Wie wir wissen:
Entweder Formel ändern oder Fabelwesen erfinden.

Da die Formel zu ändern wohl zu kompliziert war, änderte man
einfach das Universum. Da, wo man nichts sah, musste aber
doch was sein. Also einigte man sich darauf, dass das, was
da sein musste, Eigenschaften haben musste, die es
eigentlich so nicht gab und die für Menschen auch nicht
vorstellbar (wohl aber berechenbar) sind.
Diese Dinger wurden “schwarze Löcher” getauft und heute
erklärt der Sprecher auf der Kinder-CD lustig alle “Fakten”
über schwarze Löcher.

Das Beste dabei:
Der “Beweis” (ja, so wird es auf der CD tatsächlich
genannt!) für schwarze Löcher ist … trommelwirbel… die
Tatsache, dass die bekannten Formeln eines Tages nicht mehr
funktioniert haben, aber weil sie ja richtig sind (???) MUSS
es also zwangsläufig schwarze Löcher geben.
Ich wiederhole: Das ist KEIN Witz.

Die Herren und Damen Wissenschaftler könnten auch sagen,
dass an dieser und jener Stelle im Weltraum ein unsichtbarer
Riese sitzen muss, der die Sterne in eine solche und solche
Richtung anpustet.

Das wäre wissenschaftlich genauso erwiesen wie die Theorie
der schwarzen Löcher.
Aber unter uns: “Unsichtbarer Riese” hört sich einfach nicht
so wissenschaftlich an.

Und wenn man die Verdienstmöglichkeiten als Physiker mit
denen eines professionellen Märchenerzählers vergleicht – ja
dann entscheidet man sich eben für den Physiker als
Berufsziel, will ich meinen.

Später kam mir der Verdacht, dass nicht nur Physiker so
arbeiten – sondern alle Wissenschaftler.
Seit jeher.

Und weil wir ja alle brav sind und glauben, was uns erzählt
wird, haben wir diese Denkweise gleich mit übernommen im
Laufe der letzten 1000(?) Jahre.

Mir scheint, von der Welt an sich haben wir allesamt keinen
Schimmer.
Wie ist sie “wirklich” und was ist die “Wirklichkeit”?

Bekanntlich beschreibt ein Blinder den Elefanten ganz anders
als ein Tauber – und doch ist es der gleiche Elefant.

Wie sehr sie es auch versucht – nie wird die Wissenschaft
die Wahrheit herausfinden.
Und unser Verstand wird nie die Wirklichkeit sehen.

Dennoch: Forschung und Denken hat seine Berechtigung. Nur
sollte man stets im Auge behalten, was man hier tut und sich
entsprechend (un)ernst nehmen.

Wenn Fabelwesen helfen, die Welt zu erklären – immer gerne!
Wer mir jetzt aber erzählen möchte, das Christkind gebe es
gar nicht, dafür aber sehr wohl schwarze Löcher – mmmh, wer
nur an eines glaubt, ist unlogisch.
Wer an keines von beiden glaubt ist vielleicht haltlos, ich
weiss es nicht. Oder gottlos.
Das könnte auch das gleiche sein, wer weiss.
Wer an beide glaubt und doch weiss, dass es sie gibt und
doch nicht gibt – dem steht ein magisches Jahr 2011 bevor.

In meiner Welt kann man sich übrigens aussuchen, was man
glauben möchte.

Apropos: Zum Jahreswechsel 2010-2011 habe ich ein
gigantomanisches Feuerwerk gekauft und lasse es richtig
krachen.
Das vertreibt die bösen Geister, erschreckt Tiere, kostet
ein Vermögen und macht eine Riesengaudi.
Ich interpretiere das so, dass ich mit einem grossen
Auftritt ein grosses Jahr 2011 einleite.
Andere finden, dass ich mit dem grossen Knall ganz klar
beweise, dass ich einen grossen Knall habe.

Also dann – komm gut rüber, wir sehen uns dann dort.

thomas

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